Eine der vielen Touristenattraktionen Breslaus: Der Marktplatz bei Nacht © POT

Eine der vielen Touristenattraktionen Breslaus: Der Marktplatz bei Nacht © POT

Niederschlesien gehört mit besonders vielen Schlössern und Burgen zu den geheimnisvollsten Regionen Europas. Ein Zauberland, das Menschen berührt. Niederschlesien bietet mit seinen Nationalparks eine faszinierende Natur, lebendige Städte wie Breslau, Waldenburg oder Schweidnitz und eine lockende Erlebniswelt. Die Bärenhölle, das Eulengebirge oder die Schädelkapelle sind einige anziehende Orte für Reiselustige und es gibt noch weitaus mehr zu erleben. Es lohnt sich sich zu trauen das Unbekannte zu entdecken.

Die Region Niederschlesien ist eine wirtschaftlich gut entwickelte Region in Polen und liegt an dem Dreiländereck zwischen Polen, Deutschland und Tschechien. Ein Viertel aller Burgen und Schlösser Polens liegt hier. Diese an Sehenswürdigkeiten reiche Region ist nicht nur äußerst pittoresk, sondern könnte mit ihrer unübertroffenen Zahl an Burgen, Schlössern und Herrenhäusern gar dem Tal der Loire den Rang streitig machen. Hier verläuft die berühmte europäische Schlösser- und Burgenroute. Die Region ist auch multikulturell geprägt. Breslau trägt den Kern der ehemaligen polnischen Stadt Lwów (Lemberg). Nach der Grenzverschiebung Richtung Westen, als Lwów zur ukrainischen Stadt Lviv wurde zog die intellektuelle Elite aus Mathematikern, Schriftstellern, Schauspielern und Rechtsanwälten in die gewonnenen Gebiete. So ist es kein Wunder, dass diese offene Stadt, in der sich Tschechen, Deutsche, Juden und Polen über Jahrhunderte gegenseitig beeinflussten, 2016 zur Europäischen Kulturhauptstadt ernannt wurde.

Breslau – die glanzvolle Kulturhauptstadt

Die Jahrhunderthalle in Breslau steht auf der UNESCO Weltkulturerbeliste © POT - Polnisches Fremdenverkehrsamt

Die Jahrhunderthalle in Breslau steht auf der UNESCO Weltkulturerbeliste © POT – Polnisches Fremdenverkehrsamt

Schlesiens Metropole Breslau zählt zu den schönsten und sehenswertesten Städten Europas. Die Geschichte der Stadt reicht bis ins Römische Reich, als die Siedlung an dieser Stelle ein wichtiges Transitzentrum auf der Bernsteinstraße war. Großartige Bauwerke, von der Romantik bis zum Jugendstil prägen die historische Altstadt. Viele Brücken und Stege überspannen den Fluss und geben Breslau, auch „Venedig an der Oder“ genannt seinen reizvollen Charme. An vielen Orten sind die deutsche und polnische Geschichte eng verknüpft und es bieten sich Einblicke in vergangenen Zeiten. Deswegen wird Breslau auch die Stadt der Begegnungen genannt. Die polnischen Bewohner zeigen sich offen und  oft hängen in den Cafés die alten Bilder von Breslau auf denen noch deutsche Namen zu sehen sind. Heute setzt Breslau auf internationalen Flair und Genusserlebnisgastronomie. Die Tuminsel hat den Charakter eines Ausflugsorts und die Wirtshäuser laden zum Einkehren ein. Die 1702 gegründete Universität Breslau mit der Aula Leopoldina ist eine der weltweit längsten Barockfassaden.

In Breslau bieten sich stets neue Blicke ohne dass man die Orientierung verliert. © POT

In Breslau bieten sich stets neue Blicke ohne
dass man die Orientierung verliert. © POT

Breslau ist so angelegt, dass man immer neue Blickerlebnisse hat und die Orientierung nicht verliert.
Am Abend lohnt sich ein Spaziergang zum erleuchteten Marktplatz mit seinem spätgotischen Rathaus, dort wird man in der Kneipe PRL bei einem Glas Bier zurück in die kommunistische Zeit versetzt.

Auf keinen Fall sollte man die Rotunde mit dem Panorama von Racławice, einem 114 Meter langen Rundgemälde verpassen.

Breslau ist eine junge und dynamische Stadt. Touristen können aus einer riesigen Auswahl an Festivals oder Veranstaltungen auswählen. Es gibt Festivals für klassische Musik (Wratislava Cantans), anspruchsvolle Filme (das New Horizons International Film Festival), Krimis (das Internationale Crime Festival), Theater über den Untergang bedrohter Kulturen (das Brave Festival) und sogar einen jährlichen Versuch, den Guinness-Rekord für Gitarre spielenden Menschenmengen zu schlagen (tausende Menschen spielten während des Festivals Thanks Jimmi den Song „Hey Joe“).

Hotel Gołębiewski in Karpacz. Gastgeber für das Europäische Forum © J. Weber

Hotel Gołębiewski in Karpacz. Gastgeber für das Europäische Forum © J. Weber

Aber es lohnt sich sogar nur für das Wochenende nach Breslau zu kommen. Ein Insider Tipp ist das Hotel Johannes Paul der II, das eine schöne Lage an der Dominsel hat und ein leckeres Frühstück serviert wird.

Ein sehr schöner Ort in Niederschlesien ist die Stadt Karpacz (Krummhübel). Hier gibt es den höchsten Berg im Südwesten Polens den 1602 Meter hohe Śnieżka (Schneekoppe) im Nationalpark Karkonosze (Riesengebirge).

Schon Goethe begeisterte sich für das Heuscheuergebirge mit seinen skurrilen Felsformationen. Heute ist der Nationalpark Góry Stołowe eine beliebte Wanderregion im Glatzer Bergland. Das interessante Merkmal in Karpacz ist der mittelalterliche hölzerne „Wikingertempel“, die Kirche Wang, als Beispiel der besten skandinavischen sakralen Holzbaukunst und  ohne Nägel gebaut. Seit 1844 dient sie der lutherischen Gemeinde und ist das älteste hölzerne Gotteshaus Polens.

Die Wikingskirche Wang in Karpacz (Krummhübel) © J. Weber

Die Wikingskirche Wang in Karpacz (Krummhübel)
© J. Weber

In Karpacz finden regelmäßig Konferenzen und Industrieforen des Instituts für Osteuropa Studien statt. Hochkaratige Vorträge sowie der Austausch auf der europäischen Ebene mit vielen Entscheidungsträgern sind eine hervorragende Diskussionsplattform. Der Bürgermeister Radosław Jęcek lädt gerne in seine Stadt ein und ist sehr gastfreundlich.

Flaggschiffe der Anziehungskraft sind die erstaunlich vielen, mit bewundernswertem ideellem und fachkundigem Engagement errichteten Schlosshotels, die mit höchsten Komfortstandards, erstklassigen Restaurants, oft sehr großzügigen „Wellness-Bereichen“ und gepflegten Parkanlagen längst  zur Spitze in Europa gehören. Von vielen Deutschen noch unbemerkt hat Schlesien heute schon mehr Schlosshotels als Bayern.

Das Schloss Fürstenstein

Das größte Schloss Niederschlesiens: Schloss Fürstenstein © Wikimedia Commons

Das größte Schloss Niederschlesiens: Schloss Fürstenstein © Wikimedia Commons

Das Schloss Fürstenstein (Książ) ist das größte in Niederschlesien und das drittgrößte in Polen sowie eines der schönsten Schlösser des Landes. Es gehörte damals Daisy von Pless, der Tante von Winston Churchill.

Das Schloss und seine Umgebung beherbergen viele Geheimnisse: 1943 begann als Teil des Projekts „Riese“ der Umbau zum neuen Hauptquartier von Hitler und zum Forschungslabor für neue Wunderwaffen. Besucher können in Osówka eine unterirdische Stadt und Teile eines unterirdischen Labyrinths von Gängen besichtigen. Es gibt Gerüchte, dass in einem dieser unterirdischen Labyrinths der goldene Zug oder die Bernsteinkammer versteckt sind, was heute noch sehr viele Schatzjäger anzieht.

Polen gelten als sehr gastfreundlich und hilfsbereit, deswegen fühlen sich die Touristen hier wohl.

Dazu können Sprach- oder Verständigungsprobleme gleich ausgeräumt werden, da Deutsch als zweite Fremdsprache unterrichtet wird.

Niederschlesien hat viel zu entdecken und begeistert jedes Mal aufs Neue.

Die Stadt Breslau ist täglich in einer Stunde mit einem Flug von München nach Breslau zu erreichen oder per PKW über gute Autobahnen.

 

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